«Ich schätze das Team der Spitex Bachtel»

01.04.2019

Fabio Borer ist einer von sechs Pflegefachmännern, die bei der Spitex Bachtel arbeiten. Im Interview sagt er, was er an seiner Arbeit besonders schätzt und wie neue Kundinnen und Kunden reagieren, wenn sie eigentlich eine Frau erwartet hätten.

Wollten Sie schon immer einen Pflegeberuf erlernen?
Ich schwankte nach der Matura zwischen Medizin, Physiotherapie und Pflege. Schliesslich habe ich mich fürs Studium Pflege- und Gesundheitswissenschaften entschieden.

Wo haben Sie sich ausbilden lassen?
Ich habe die Fachhochschule für Pflege und Gesundheit in Visp im Kanton Wallis besucht und mit einem Bachelor abgeschlossen. In meiner Freizeit arbeite ich an meiner Masterthesis. Habe ich abgeschlossen, bin ich diplomierter Pflegefachmann mit abgeschlossenem Master of Science in Nursing.

Was waren bislang die wichtigsten beruflichen Situationen?
In meinen vier Jahren Berufserfahrung arbeitete ich unter anderem in der Akutpflege, in der Rehabilitation und der Psychiatrie. Ich war ausserdem im Universitätsspital Zürich und arbeite jetzt für die Spitex Bachtel.

Warum haben Sie sich für die Spitex Bachtel entschieden?
Ich kam vor bald zwei Jahren als Temporärmitarbeiter und bin geblieben – inzwischen mit einer Festanstellung. Die Teamatmosphäre hat mir sehr gut gefallen. Zugleich schätze ich die vielfältige und autonome Arbeit, dass ich viel Verantwortung tragen, Prioritäten setzen und selbstständig Entscheidungen treffen kann.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Mein Arbeitsbeginn ist um 7 Uhr. Ich informiere mich über die mir zugeteilten Kundinnen und Kunden, nehme allenfalls Material mit und mache mich auf den Weg. Ich behandle und betreue Menschen, die darauf angewiesen sind, dass man ihnen hilft, ihren Alltag zu bewältigen.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?
Als Pflegefachmann fasziniert mich die ganzheitliche Betrachtung eines Menschen – also physisch, psychisch, sozial und spirituell. Es ist erfüllend, Menschen bestmöglich unterstützen zu können.

Was bedeutet es, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem vor allem Frauen tätig sind?
Ich betrachte es als ein Privileg, mit einem Team aus mehrheitlich weiblichen Personen zusammenzuarbeiten. Insbesondere schätze ich die Genauigkeit und die Kommunikation meiner Kolleginnen im Alltag. Frauen und Männer können voneinander in ihrer Diversität profitieren.

Was für Erfahrungen machen Sie im Alltag als männliche Pflegefachkraft?
Mehrheitlich sind es positive Erfahrungen. Mir fällt vor allem auf, dass mich neue Kundinnen und Kunden zunächst eher überrascht empfangen. Viele kann ich von meinen Qualitäten überzeugen – und sie freuen sich auf ein Wiedersehen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Die Professionalisierung der Pflege soll weiter vorangetrieben werden. Unser Beruf wäre viel attraktiver, wenn wir Leistungen auch ohne ärztliche Verordnung abrechnen könnten. Und wenn Aufgaben und Rollen der Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten mit erweiterten Kompetenzen gesetzlich verankert würden.

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