Was versteht man unter Grundpflege?

12.04.2019

Helena Braun ist verantwortlich für alle Belange der Pflege und leitet die Spitex Bachtel interimistisch. Im Interview erklärt sie, was Grundpflege ist und welche Tätigkeit die Spitex-Kundinnen und Kunden besonders schätzen.

Was ist Grundpflege?
Zur Grundpflege gehört die Unterstützung bei der Körperpflege, der Mundpflege und beim Essen und Trinken. Ebenfalls dazu gezählt werden Massnahmen, um die grösstmögliche Selbstständigkeit zu erhalten oder zu fördern – beispielsweise Unterstützung beim Aufstehen. Schliesslich auch noch Massnahmen, um körperliche Schäden zu verhindern. Ich denke da an Druckstellen, die bei langem, unverändertem Liegen auftreten.

Sind hauswirtschaftliche Leistungen auch Teil der Grundpflege?
Nein, bei hauswirtschaftlichen Leistungen geht es darum, Kundinnen und Kunden im Haushalt zu unterstützen. Dazu gehören bügeln, Wäsche waschen, Ordnung schaffen, den Wochenkehr machen, einkaufen, Essen wärmen und Geschirr abwaschen. Leistungen zur Unterstützung im Haushalt entlasten oft auch pflegende Angehörige. Krankenkassen bezahlen solche Leistungen nur, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, und die Kunden eine Zusatzversicherung haben. Sonst muss die Leistungen bezahlen, wer sie bezieht.

Wie viel Zeit beansprucht die Grundpflege?
Das kommt natürlich auf die konkrete Massnahme an, die ärztlich verordnet ist. Ich gebe ein Beispiel: Bei einigen Kunden gehen wir morgens vorbei und ziehen die Antithrombosestrümpfe an, um ein Blutgerinnsel zu vermeiden. Neben dem Anziehen dieser Stützstrümpfe gehören die Hautkontrolle, das Anziehen der Hose, die Kommunikation mit den Kunden, die Dokumentation der Massnahme sowie die Leistungserfassung dazu. Für all dies ist eine Richtzeit von insgesamt 10 Minuten vorgegeben. Für alle Tätigkeiten sind uns als Spitex bestimmte Richtzeiten vorgegeben. Sie sind die Basis für die Planung und die Abrechnung.

Wer bezahlt die Grundpflege?
Ärztlich verordnete Spitex-Leistungen übernehmen die Krankenkassen. Die Kundinnen und Kunden beteiligen sich an den Kosten mit 8 Franken je Pflegetag. Schliesslich trägt die Gemeinde über die sogenannte Restfinanzierung den grössten Teil der Kosten.

Welche Grundpflegeleistung schätzen die Kundinnen und Kunden am meisten?
Das lässt sich so nicht sagen: Menschen sind verschieden und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Doch alle schätzen, dass jemand vorbeikommt und sie im Alltag unterstützt.

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